Geschichten, die kein anderer erzählen könnte

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Die Kurve gekriegt

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Neulich im Supermarkt, läuft ein Pärchen direkt vor mir. Sie schert aus und nähert sich einem Obstregal.

Er (laut): „Nein, keine Orangen! Du weißt doch, dass ich…“

Er stockt und in meinem Kopf vervollständige ich den Satz:

„… immer Ausschlag und grauenvolle Blähungen bekomme!“

Doch ihm ist im letzten Moment klar geworden, wo er sich befindet und fährt fort:

Er (leiser): „… noch ganz viele zuhause habe.“

Das glaube ich ihm zwar nicht, aber diese Kurve hat er recht elegant noch gekriegt.

Geschrieben von keinanderer

Oktober 16, 2011 um 10:10 am

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Schnell bestellt

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In einer fremden Stadt suche ich ein bestimmtes Haus und finde es nicht. Nach einigem Herumirren betrete ich ein China-Schnellrestaurant und frage die Bedienung an der Kasse:

„Können Sie mir sagen, wo genau die Rathausstraße Nummer 14 ist?“

Ihre Antwort kam prompt:

„Zum Hieressen oder Mitnehmen?“

Ich hatte danach das Gefühl, Trinkgeld für die Auskunft geben zu müssen.

Geschrieben von keinanderer

August 21, 2011 um 5:04 pm

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Die Nullnummer

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An der Wursttheke im Supermarkt. Es warten zahlreiche Kunden darauf, mit ihrer Nummer aufgerufen zu werden.

Verkäuferin: „Die 99 bitte!“

Das bin ich! Ich kaufe meinen Vorrat an Wurst und Schinken und verabschiede mich.

Verkäuferin: „Wer ist die Null?“

Kunde (seufzt resigniert): „Ja, hier…“

Vielen Umstehenden huschte ein Ansatz von Lächeln über das Gesicht.

Mir nicht, denn mit einer Chance von einem Prozent bin ich das nächste Mal die Null.

Geschrieben von keinanderer

Juli 31, 2011 um 11:07 am

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Die bessere Hälfte

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Als ich die erste Zeit mit einer neuen Freundin zusammen war, frühstückten wir oft gemeinsam mit frischen Brötchen vom Bäcker, der praktischerweise direkt ein Haus weiter war. Und weil wir uns noch nicht so gut kannten, kaufte ich immer eine variantenreiche Auswahl, damit das passende Brötchen garantiert dabei war.

Zuhause schnitt ich die Brötchen auf und gab meiner Freundin, zuvorkommend und liebevoll, die bessere, nämlich die obere Hälfte.

Mit Unbehagen nahm ich zur Kenntnis, dass sie mir immer die langweiligere, nämlich untere Hälfte des Brötchens gab, wenn sie eines aufschnitt. Auf diese Weise aß ich einige Zeit nur noch untere Brötchenhälften, während sie immer die Oberseite bekam.

Nach einiger Zeit sprach ich das Thema vorsichtig an. Daraufhin klärte sich das Geheimnis: Während ich die Brötchen-Oberseite bevorzugte, fand sie die Unterseiten viel toller.

Wir haben also beide die ganze Zeit grummelnd zur Kenntnis genommen, dass wir immer liebevoll und freiwillig dem anderen die jeweils bessere Hälfte des Brötchens überließen, aber immer die weniger gute Hälfte zurück bekamen.

Und alles nur aus Liebe!

Geschrieben von keinanderer

Juli 18, 2011 um 7:36 pm

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Die verschluckte Zahnschiene

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In einer Studenten-Wohngemeinschaft steht der Mitbewohner mitten in der Nacht plötzlich panisch in der Tür. Er gestikuliert wild und kann scheinbar nicht mehr sprechen. Nach einigem Raten und letztlich aufgeschriebenen Erklärungen kommt heraus, dass er im Schlaf seine Zahnschiene verschluckt haben muss, denn sie ist weg und er hat Schmerzen im Hals.

Die Wohngemeinschaft zögert nicht lange und alarmiert den Rettungsdienst. Dem Patienten geht es zusehends schlechter, er gerät immer mehr in Atemnot und Panik.

Nach wenigen Minuten trifft ein Notarzt ein, der sofort eine Untersuchung vornimmt und letztlich verkündet, dass er keinen Gegenstand in der Luftröhre feststellen kann. Wenn die Atemnot schlimmer wird, muss er einen Luftröhrenschnitt vornehmen und künstlich beatmen.

Da fasst sich der Mitbewohner wieder und sagt plötzlich: „Habe ich das dann etwa nur geträumt?“

Und tatsächlich, die Zahnschiene findet sich unter dem Kopfkissen. Sie muss dem Mitbewohner im Schlaf aus dem Mund gefallen sein und ein entsprechender Traum sorgte für die Panik.

Geschrieben von keinanderer

Juli 3, 2011 um 12:45 pm

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Frühkindlicher Schichtdienst

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Vor einem Museum mit langer Warteschlange an der Kasse steht auf einem Kinderspielplatz eine mechanisch teilweise funktionsfähige Miniatur-Dampflokomotive. Zwei kleine Kinder, großer und kleiner Bruder, haben die Lokomotive in Beschlag genommen und wollen Lokführer spielen. Leider passt immer nur ein Kind wirklich in den Führerstand, deshalb wird verhandelt:

Großer Bruder: „Komm, wir wechseln uns ab mit dem Spielen.“

Kleiner Bruder: „Ok.“

Großer Bruder: „Wir spielen immer eine bestimmte Zeit, erst ich, dann du.“

Kleiner Bruder: „Ok.“

Großer Bruder: „Die erste halbe Stunde ich, dann eine halbe Stunde lang du.“

Kleiner Bruder: „Ok.“

Abgesehen davon, dass der kleine Bruder zu jung war, um die Bedeutung von „halber Stunde“ wirklich zu begreifen – so lange war die Schlange an der Museumskasse dann auch nicht.

 

Geschrieben von keinanderer

Juni 19, 2011 um 10:13 am

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Sylter Verkehrsregeln

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Neulich, auf Sylt, im Bus voller gerade angekommener Touristen mit Koffern und dem Willen, möglichst schnell anzukommen.

Die nächste Haltestelle wird angesagt, einige Touristen hasten zur Tür und kurze Zeit später hält der Bus. Nur die Türen bleiben geschlossen. Es folgt ein wildes Betätigen der Türknöpfe und dann, immer lauter und energischer, die Rufe zum Fahrer: „Bitte machen Sie die Tür auf! Machen Sie die Tür auf!“

Der Fahrer betrachtet die Szene ruhig im Rückspiegel und beugt sich dann über sein Bordmikrophon: „Wir  haben auf Sylt auch Ampeln.“

Damit kann keiner der für offene Türen kämpfenden Touristen etwas anfangen. Nach einem bedächtigen Moment der Stille ertönt wieder von der letzten Tür: „Jetzt machen Sie doch schon auf!“

Der Fahrer versucht es noch einmal: „Wir haben hier, wie bei Ihnen zuhause auch, rote Ampeln. An denen muss ich leider halten.“

Sprachs, die Ampel wurde grün, der Bus fuhr zur Haltestelle, die 50 Meter hinter der Ampel lag und öffnete die Türen. Es entstiegen reisemüde, verwirrte Touristen, die sich gerade wegen eines Stopps an einer roten Ampel unnötig aufgeregt hatten.

Geschrieben von keinanderer

Juni 11, 2011 um 11:50 am

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Was zu beweisen war

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Ein paar Arbeitskollegen in einem technisch orientierten Beruf im Pausengespräch:

Kollege 1: „Wir in unserem Beruf sind schon ganz schöne Korinthenkacker“

Kollege 2: „Stimmt doch gar nicht!“

Kollege 3: „Also, du kommst auch öfters mal aus dem Lande Korinth“

Kollege 2: „Korinth ist eine Stadt, kein Land!“

Geschrieben von keinanderer

Mai 22, 2011 um 11:44 am

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Impliziter Wirkungsnachweis

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Im neuesten Prospekt der Versand-Apotheke meines Vertrauens gibt es einige sehr durchdachte Sonderangebote. Zum Kauf eines Medikaments kann man sich kostenlos einen weiteren Artikel aus einer Vorschlagsliste heraussuchen. Bei der Zusammenstellung der Liste sind sicher nicht nur kaufmännische Aspekte berücksichtigt worden:

Eine Packung Abführmittel – eine Doppelpackung Ohrenstöpsel gratis

Eine Packung Abführmittel – ein Duftbaum gratis

Es fehlt nur noch das Sonderangebot mit Windel gratis und ich bin von der Wirkung des Mittels von vorneherein überzeugt.

Geschrieben von keinanderer

Mai 8, 2011 um 10:14 am

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Der Duft vergangener Zeiten

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Beim Betrachten eines Einrichtungsvorschlags in einem Möbelhaus:

Sie: „Das hier erinnert mich alles ganz arg an die Neunziger!“

Er: „Echt? Ist ja lustig.“

Sie: „Ja, sogar der Duft. Das roch immer wie, wie…“

Er: „Ein total abgestandenes Jahrtausend?“

Geschrieben von keinanderer

April 24, 2011 um 10:06 am

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