Die bessere Hälfte
Als ich die erste Zeit mit einer neuen Freundin zusammen war, frühstückten wir oft gemeinsam mit frischen Brötchen vom Bäcker, der praktischerweise direkt ein Haus weiter war. Und weil wir uns noch nicht so gut kannten, kaufte ich immer eine variantenreiche Auswahl, damit das passende Brötchen garantiert dabei war.
Zuhause schnitt ich die Brötchen auf und gab meiner Freundin, zuvorkommend und liebevoll, die bessere, nämlich die obere Hälfte.
Mit Unbehagen nahm ich zur Kenntnis, dass sie mir immer die langweiligere, nämlich untere Hälfte des Brötchens gab, wenn sie eines aufschnitt. Auf diese Weise aß ich einige Zeit nur noch untere Brötchenhälften, während sie immer die Oberseite bekam.
Nach einiger Zeit sprach ich das Thema vorsichtig an. Daraufhin klärte sich das Geheimnis: Während ich die Brötchen-Oberseite bevorzugte, fand sie die Unterseiten viel toller.
Wir haben also beide die ganze Zeit grummelnd zur Kenntnis genommen, dass wir immer liebevoll und freiwillig dem anderen die jeweils bessere Hälfte des Brötchens überließen, aber immer die weniger gute Hälfte zurück bekamen.
Und alles nur aus Liebe!
jaha, jetrzt haben wir ja beide die bessere häfte, nicht wahr.
hanna
Juli 19, 2011 um 6:37 pm